Übersicht
"Ich empfinde meine Bilder als Momente, und wenn der Moment vorbei ist, dann muss das Bild auch vorbei sein, und ich muss ebenfalls weitermachen und weitergehen."

Zwei Themenkreise dominieren jeher das Oeuvre von Thomas Thyrion. Die Landschaft und das Porträt – zwei „Urthemen“ der Kunstgeschichte. Gemein ist beiden, das Festhalten eines Ausschnittes, ein Blick des Betrachters auf einen Teil des Ganzen, so sind es etwa Baumstämme, die „angeschnitten“ in minutiöser Feingliedrigkeit dargestellt sind, jede Rinde, jede Veränderung im Holz ist erkennbar, dargestellt in feinsten Pinselstrichen, zufällige Entdeckungen im kleinsten Detail sind ausmachbar. Es ist nicht der allumfassende Blick in den Wald, sondern der Fokus auf den Ausschnitt.

Es sind Werke, die eine Ruhe und auch Einsamkeit ausstrahlen und vielleicht gerade deswegen in ihrer Malerei eine so starke Präsenz haben. 

Dem gegenüber steht der zweite Themenkomplex: das Porträt. Ob sehr offen im Pinselstrich, oder doch geschlossener, feingliedriger dargestellt, die Figuren sind stets alleine, schauen in die Ferne, sind in sich gekehrt, mit sich eins und gehen bis auf wenige Ausnahmen keine direkte Kommunikation mit dem Betrachter ein. Thomas Thyrion greift, wie auch in seiner Landschaftsmalerei tief in sein Repertoire, um den dargestellten Figuren eine eigene – für sich präsente – Aura zu geben. Es sind keine bekannten Personen, die hier festgehalten werden, es sind Menschen aus seiner Umgebung, Freunde, seine Tochter, Bekannte. Es ist nicht das Wer, das hier in den Vordergrund tritt, sondern das Wie.

Werke
Lebenslauf
Thomas Thyrion lebt und arbeitet in Wien

geboren 1983 in Kortrijk, Belgien

 

2005-08          ESA, St.-Luc Brussels, Abschluss in bildnerischer Darstellung

2011-14          Studium an der Grafikklasse, Akademie der Bildenden Künste, Wien

2013                  Assistent im Atelier von Michaël Borremans  

2014                  Gewinner des “Füger-Preis” der Akademie der Bildenden Künste Wien 

                            Artist in Residence in Kerspit, Gent

 

Wie realistisch ist ein Bild, und wie malerisch ist die Abbildung? In diesem dualen Spannungsverhältnis erstreckt sich Thomas Thyrions Welt der Bilder. Der Künstler rückt seine Portraitmodelle in ein mystisch entlegenes Setting. Der Bildraum gewährt den Platz für das In-sich-Versunkensein der dargestellten Personen. Sie nehmen weder von uns Notiz noch Blickkontakt mit uns auf. Sie verweilen im isolierten Bildkosmos - schlummernd, vertieft in eine Handlung, wenn etwa ein Mädchen in den süssen Schlaf versinkt oder eine weibliche Person mit ihren Händen eine Lichtquelle umfängt. Die Zeit scheint stillzustehen, trotz aller aktuellen Attribute wie Gewand und Haartracht. Das Bild wird aus der Zeit geworfen - durch die Kunst selbst. Thyrion schickt seine Bilder auf die Reise zurück zu den Alten Meistern, zum Beispiel zu George de la Tour und seinen eindrücklich spirituell anmutenden Lichtszenarien im privaten Ambiente.

(Florian Steininger)

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